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Wird „Swissness“ zum Wettbewerbsnachteil?
Prof. Dr. Jürg Simon, Partner Lenz & Staehelin erläutert beim Schweizer Markenkongress im Vortrag "Wann darf Swissness als Co-Brand gebraucht werden?" die aktuelle Rechtslage und mögliche Konsequenzen für Unternehmen. Im Interview gibt er einen kleinen Vorgeschmack:
Inwiefern profitieren Schweizer Unternehmen wenn sie Swissness als Co-Brand benutzen dürfen?
Simon: Der Einsatz als Co-Brand macht in der Regel dort Sinn, wo Swissness als „Absender“ positiv besetzt ist und für das Produkteangebot damit einen glaubwürdigen Mehrwert bringt. Schweizer Unternehmen können so neben ihrer eigenen Reputation, die sie durch Eigenleistung schaffen müssen, von der kollektiven Reputation profitieren, für welche Swissness steht.
Produkte müssen eine Gewichts-Quote einhalten, um Swissness als Co-Brand gebrauchen zu dürfen, bei Lebensmitteln soll sie z.B. bei 60% liegen. Was genau steckt hinter der Quotenregelung?
Simon: Die Gewichtsquote ist noch nicht geltendes Recht. Die entsprechende Regelung befindet sich zurzeit noch in der parlamentarischen Beratung. Am 14. Juni werden wir genauer wissen, wie diese Quote allenfalls aussieht. Mit der Quote wird zum einen versucht, Swissness mit einem glaubwürdigen Leistungsversprechen zu erhalten und Missbrauch zu verhindern. Umstritten ist dabei vor allem, ob sich dieses Ziel mit der Gewichtsquote erreichen lässt, wie hoch diese Quote sein soll, und ob nicht stärker auf den Ort der Lebensmittelverarbeitung abgestellt werden sollte. Zum anderen wird mit der Quote versucht, einen sinnvollen Ausgleich zwischen Freihandelsinteressen, eher protektionistischen Überlegungen und glaubwürdiger Swissness zu finden.
Welche Unternehmen würden von dieser Regelung profitieren und für welche könnten sich eher Nachteile ergeben?
Simon: Das lässt sich heute noch nicht abschliessend sagen, denn der Teufel liegt bekanntlich in den noch offenen Details und Ausnahmen. Die Interessenlage ist indes recht klar. Die Urproduktion hat ein Interesse an einer höheren Quote, die Verarbeiter an einer tieferen Quote.
Vielen Dank für das Interview.
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