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Mehr Pflanzen gucken. Inga bilder? Webbversion DeVaux'sches Absurdum XV Weniger ist mehr.Bonjour Love, Höher, schneller, weiter, mehr. So kracht Leistungsdruck auf uns herab. Zu Hochzeiten war ich in vier Vereinen tätig, hatte diverse Mandate parallel, zig Künstler*innen in Betreuung, veranstaltete Konzerte, fand noch Zeit für Bergläufe, Hangovers, Albträume und Selbststudium. Grösstenteils un- oder schlecht bezahlt, über fünfzehn Jahre. Es blüht mir selbstverständlich eine Renten-Tragödie. Das interessiert mich tatsächlich bis heute nicht. Herzensangelegenheiten, Engagement, Kultur. Irgendwo im Abspann flimmert mein Name über eine Leinwand. «Mach doch mit! Tu doch was! Du könntest doch! Kannst du nicht? Mach doch mal!» Natürlich kann ich. Ich will nur nicht mehr. Jeden Morgen, wenn ich heute aus meinem Zimmer in einen «freien Tag» hinein, in Richtung Kaffeemaschine schlurfe, strecken mich zwei Schüsse nieder. «Du faules Stück!» «Es gibt zu tun!» Aus der Kaffeemaschine rinnt ein Trübsal aus schlechtem Gewissen und Rechtfertigung. Es war ein rebellischer Akt gegen den Kapitalismus, meine Lebenszeit zu verschenken. Es ist ein rebellischer Akt, es nicht mehr zu tun, in einer Welt, in welcher Zerstörung «multiple Hundert» bringt. Nicht, dass ich Roman sein wollte – vorher steck ich mir ’ne Gabel ins Gesicht. Ich schlürfe das Trübsal mit Hafermilch und schau der Zimmerpflanze beim Wachsen zu. Kiss, kiss – bang, bang. |